Daniel-Hugo-Watson-Wilson - Manche müssen Umwege gehen um ihr Glück zu finden!

Watson (Daniel)  in Nyirbator er hatte nicht eine einzige Anfrage!
Watson (Daniel) in Nyirbator er hatte nicht eine einzige Anfrage!
Nachdem er wieder nach Ungarn zurück musste hat auch Watson endlich seinen Platz im Leben gefunden.
Nachdem er wieder nach Ungarn zurück musste hat auch Watson endlich seinen Platz im Leben gefunden.


Daniel war der erste Hund den ich als Vermittlerin von PCAS zugeteilt bekam. Ich sah sein Bild und dachte. Auweia. Der schaut aber böse aus...

 

Ich weiß nicht wieso, aber es sollte und sollte nicht klappen für ihn. Nicht einmal eine Anfrage.

Dann! Eine Anfrage – Wie soll es anders sein, völliger Zufall. Alles klar, dann kann es ja losgehen.

Leider war die Freude nicht von langer Dauer. Da Daniel eine OP brauchte – er hieß hier in Deutschland bei „seiner Familie“ mittlerweile Hugo, wurde entschieden, dass es zu teuer wäre, er keine Lebensqualität hätte und man ihn besser einschläfern sollte.

PCAS reagierte und so reiste Hugo zurück nach Ungarn, wo er alle nötigen Operationen bekam.

Ich nahm ihn als Daniel wieder in meiner Vermittlung auf und es kam wie folgt. Es geschah nichts.

Mittlerweile entpuppte sich das kleine Kerlchen als ziemlich clever und so kam es, dass er in Ungarn immer zu ausbrach. Daraufhin zog er – noch mit Metallimplantaten im Bein in einen kleinen Käfig.

Platzmangel bei unseren Rettern und provisorische Kennel machten es einfach nicht möglich den kleinen Kerl anders unterzubringen. Da er sich natürlich auch möglichst ruhig halten sollte, war es also wie es war.

Es war Winter und mir gingen diese Videos nicht aus dem Kopf. Ein kleiner, völlig hyperaktiver Schäferhundmischling mit blutig geschrammter Nase, der völlig außer sich versucht aus dem Käfig auszubrechen.

Naja, Winter schockt ja eh nicht so und so entschied ich, dass er erst einmal zu mir kommt. Dann kann er sich erholen und ich suche von hier aus ein Zuhause. Lernt man ihn erst einmal kennen, so kann ihm sicher niemand widerstehen. Dazu muss ich sagen, dass ich selber das Glück hatte ihn hier als Hugo persönlich schon einmal getroffen zu haben.

 

Mein Problem. Das Murphytier. Er findet andere Hunde so semi-cool. Aber nun, als Rudelchef (Was ich hoffentlich manchmal bin), fand ich es wäre mein Ermessen wer unserem Rudel beitreten darf. Und – er war ja auch nur geborgt.

 

Wir warteten also die letzte OP ab und dann ging es Ende Februar auch endlich los.

Die Zusammenführung mit dem Murphytier war super chaotisch. Alles ging schnell und ich war froh, dass ich die Beiden schnell draußen hatte, damit wir – im Stockdunkeln, wie sollte es auch anders sein eine erste Runde drehen konnten. Kennenlernen mit viel Platz- besser ist (Daniel natürlich gut gesichert).

Ahja. Meine Nerven lagen blank. Es klappte zwar alles super mit den Hunden, ich war hochverwundert, aber DanielHugo entpuppte sich als echtes Nervenbündel. Und dann ich.

Das Murphytier hat mich zwar auch herausgefordert, aber Schäferhunderfahrung hatte ich nun wirklich nicht.

War ja nicht so wichtig... DanielHugo ist ja nur geborgt bis er wieder heile ist. Aber auch das war nicht so einfach.

Mittlerweile sieht es so aus, als ob das Beinchen eben einfach etwas schief bleibt und er ein bisschen humpeln wird. Ihn stört es aber hinlänglich überhaupt nicht. Er ist der fröhlichste und freundlichste Hund der mir je unter die Augen gekommen ist.

 

Wir kämpften also jeden Tag – Stubenreinheit, Leinenführigkeit, andere Hunde, ruhig halten und schonen, überhaupt alles!

Mülltonnen wurden angeknurrt – Wer weiß wieso, sie haben es ihm angetan, und ich erinnere mich gut an eine blutige Hand meiner Freundin, weil ich sie kurz gebeten hatte ihn festzuhalten – leider kam ein anderer Hund um die Ecke. Tja, so eine Schleppleine die durch die geschlossene Hand zwiebelt ist eine Sache für sich.

 

Es war also schnell klar. So wie ich es mir vorgestellt hatte funktionierte es nicht.

DanielHugo konnte nicht einfach mitfahren bis er vermittelt ist – Das hätte für mich den Auszug aus der Wohnung bedeutet.

Nun gut, ich fing also an mich intensiv mit ihm zu beschäftigen. Zu überlegen, zu schauen, nach zu fühlen was er will, braucht und erwartet.

Die Vermittlung war schleppend, die Anfragen blieben so gut wie aus.

Nach drei Monaten also der Entschluss. DanielHugo wird bleiben und Teil meines Rudels.

Ja, mit 23 Jahren 2 Hunde... Es gibt sicher cleverere Entscheidungen. Nicht aber für mich.

Bei mir bekam er dann den Namen Watson. DanielHugoWatson bereichtert mein Leben und ich darf verkünden, dass ich mich nun auch an einem Schäferhundmischling – meiner Meinung nach ziemlich erfolgreich erprobt habe.

 

Er bleibt mittlerweile (toitoitoi) mit dem Murphytier problemlos alleine... Die Kollateralschäden bleiben langsam aus. Man sollte ja denken die Hundegesellschaft hätte es ihm leicht gemacht. So aber nicht bei Watson. Die Anwesenheit von Murphy scheint ihn ab und an – mit Vorliebe dann wenn ich nicht Zuhause bin, dazu zu motivieren eine riesen Party zu halten.

Einzelhaft war also erst einmal angesagt wenn ich das Haus verließ. Straßenhunde sind halt alle höchst individuell.

Das Treffen mit anderen Hunden (an der Leine, ohne Leine ist er ohnehin super freundlich), wird mittlerweile nahezu problemlos gemeistert. Er legt sich brav ab und sollte man sich in ein Gespräch mit dem anderen Hundebesitzer verfangen so legt er nach ca. 2 Minuten brav seinen Kopf ab und entspannt ein wenig.

Einer unser Lieblingshundebesitzer den wir ab und an beim Spazierengehen treffen und der der Beweis dafür ist, dass man sich unter einander helfen kann (Superklasse, dass er nicht wie 99% der Anderen ruckartig die Flucht ergreift bei unserem Auftauchen) hat irgendwie ein Problem mit dem Namen Watson und da DanielHugoWatson eh schon ein paar mehr Namen hat, finde ich es unproblematisch, dass er nun auch noch Wilson heißt. Warum auch nicht.

 

Auch das Haus wird nicht mehr markiert. Oh! Ich bin heilfroh. Kann ich alles gut ertragen, aber Hundepippi im Haus finde ich wirklich doof.

An der Leine werde ich nicht mehr mit geschliffen wie es ihm passt, mit anschließendem Muskelkater in den Armen und Mülltonnen sind tatsächlich, er wollte es ja erst gar nicht glauben komplett ungefährlich.

Zum Pferd kann ich ihn mitnehmen, kein Gehetze, Gekläffe oder sonstiges herumgenerve mehr und meine super Erkenntnis angehend seiner Auslastung hat mir einen Hund beschert der sich drinnen mit einem tiefen Seufzer in sein Korb plumpsen lässt und schnarcht. Ja, und ich meine Schnarchen. Nach Herzens fülle.

Selten fällt er in seine Unruhe zurück, wo er ziellos umher tapst, fiept bis ich verrückt werde und bei jeder Gelegenheit anfängt zu bellen.

Ich bin maßlos stolz auf diesen Hund, dass er in 4 Monaten alles das gelernt hat, was das Murphytier in 1 ½ Jahren gelernt hat.

Ihr Lieben Leute. Die Schäferhunde bergen bestimmt eine extra Herausforderung – Sie geben aber auch so viel wieder. Sie sind so clever, so anhänglich, so Leistungswillig und super bedacht, dass alle beieinander sind.

Ich möchte meinen DanielHugoWatsonWilson nie wieder missen – Er lehrt mich jeden Tag genauso zu sein wie er. Aufmerksam und Rudelorientiert.

Mit ein bisschen gesunden Menschenverstand und dem Willen es zu schaffen ist ein Schäferhund das was er eben ist – Ein Hund. Genauso liebenswert und besonders wie alle anderen auch. :)

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